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Es war der Heilige Abend, an dem du
ein neues Leben geschenkt bekamst.
Hattest bislang nur Angst und
Einsamkeit empfunden.
Bei frostiger Kälte musstest du
ausharren.
Das Fressen wurde dir vor die Nase
geworfen, lieblos und gefühlskalt.
Es war keiner da, der mit dir
sprach,
es war keiner da, der mit dir litt,
es war keiner da, der dich liebte.
Deine Augen gaben deine Traurigkeit
preis.
Doch der Schmerz hatte endlich ein
Ende;
es war Weihnachten, als du ins
Tierheim gebracht wurdest.
Das Vertrauen zu den Menschen
hattest du schon längst verloren.
Doch der Tag kam, an dem wir dich
endlich zu uns nach Hause holten.
Es dauerte fast ein Jahr, bis du uns
Vertrauen schenktest.
Doch du hast uns noch viel mehr
geschenkt, als das.
Und wir schenkten dir ein warmes
Zuhause, Liebe und Geborgenheit.
Wie schön es war, dich im Gras
umhertollen zu sehen;
Gras, das du vorher nicht kanntest.
Wie schön es war, dich im Wasser
baden zu sehen;
Wasser, das du vorher nie am Körper
fühltest.
Wie schön es war, dich mit Schnee
spielen zu sehen;
Schnee, den du vorher nur als Kälte
empfunden hast.
Wie schön es war, dein Fell zu
streicheln;
Aufmerksamkeit, die du vorher nie
erfahren durftest.
Die wenigsten Menschen werden sich
an dich erinnern,
weil sie dich nicht gekannt haben.
Doch wir sind froh, dass wir dich
kennen lernen durften.
Wir sind froh um jedes Jahr, das wir
dir schenken durften.
Es war der Heilige Abend, an dem du
von uns gingst,
an einen Ort, an dem du hoffentlich
keine Angst haben musst.
Schlaf in himmlischer Ruh, liebe
Micky, und ruhe in Frieden!
Christine Rixinger
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