An einem verschneiten Samstag im Februar machten sich unser neues Frauli und unser Herrli auf den Weg zu Frau Geigenfeind, um sich vier Kaninchen auszusuchen. Als die beiden uns vier betrachten wollten, versteckten wir uns ganz schnell, da wir ja eine Gruppe aus fünf Kaninchen waren und wir gar nicht daran dachten, dass wir uns trennen lassen! 

Nach für uns endlosen Minuten, was aber in Wirklichkeit nur ein paar Sekunden waren, stand dann fest, dass unser neues Frauli uns nicht trennen wird und wir fünf für immer zusammenbleiben dürfen. Da haben wir uns aber gewaltig gefreut! Natürlich spitzten wir von jetzt an unsere Löffel um ja alles mitzubekommen, was mit uns nun schon wieder passieren wird und ob nicht doch einer von uns fünf alleine zurückbleiben muss…. Aber es blieb dabei. Dann redeten unser Frauli und Herrli endlos lange mit Frau Geigenfeind über den riesigen Garten, den wir bekommen würden und über eine oder einen "Poldi", wer immer das auch sein will. Auf den Garten freuten wir uns schon riesig. Endlich mal Platz zum Buddeln, Grasen, Toben, Relaxen… Aber dann kam der Hammer: Unser eben noch für uns gedachtes Frauli und Herrli drehten sich um und verließen zusammen mit Frau Geigenfeind unser vorübergehendes Zuhause. Erst dachten wir uns, dass jetzt nur die Transportboxen geholt werden, aber unsere sogenannten neuen Besitzer kamen nicht mehr zurück. Wir warteten Minuten, Stunden, Tage, aber unser Frauli und Herrli kamen nicht mehr zurück. Nur noch Frau Geigenfeind kam täglich zurück um uns zu füttern. 

Also war alles nur eine Lüge von Freiheit, Spaß, Garten und von diesem Poldi, oder etwa doch nicht???!!! 

Wir gaben die Hoffnung schon auf, aber plötzlich - nach über zwei Wochen, man betone über zwei Wochen - ging die Tür auf und da waren sie wieder! Unser Frauli gemeinsam mit Herrli und vier Transportboxen! Aber wieso nur vier? Wollten sie uns jetzt etwa doch trennen? Wir waren doch zu fünft! Und wer von uns sollte nun zurückbleiben? Also weigerten wir uns, uns fangen zu lassen und in die Transportboxen zu gehen, denn dann wollten wir lieber zusammenbleiben und uns den Platz bei Frau Geigenfeind weiterhin teilen. Wir können ja schließlich nicht einen von unseren Freunden zurücklassen. 

Doch unsere neuen Besitzer ließen einfach nicht locker, bis schließlich vier von uns in den Transportboxen saßen. Und siehe da, unsere schon verloren geglaubte Freundin, für welche keine eigene Transportbox mehr vorhanden war, wurde einfach in eine Box gesetzt, in der schon einer von uns saß.

Puh… nochmal Glück gehabt. Alle durften mit, aber es war schon gemein, dass zwei von uns in eine Box durften und wir anderen jeweils in eine Box mussten. Wir hatten Angst und wussten nicht mal wo wir jetzt genau hinkommen. Aber na gut, Hauptsache wir dürfen gleich in einen riesigen Garten. 

Und dann kam der absolute Oberhammer: Erst nehmen sie uns aufgrund des schlechten Wetters nicht gleich mit, dann kommt fast jeder von uns in eine eigene Transportbox, dann lassen sie uns einfach stundenlang im Kofferraum des Autos sitzen (was wiederum eigentlich nur ein paar Minuten waren) und dann hat unser neuer Herrli auch noch eine Fahrweise... . Wir wurden alle brutalst durchgeschüttelt. Was wir aber nicht wussten war, dass der Weg von Frau Geigenfeind so holprig war. 

Nach etwa 20 realen Minuten Fahrt kamen wir schließlich in unserem neuen Zuhause an. Aber hoppla, in dem Garten sitzt ja noch ein Kaninchen in einer Transportbox. Das musste dann dieser Poldi sein, von dem unsere Besitzer mit Frau Geigenfeind sprachen. Der bzw. sie ist ja fast viermal so groß wie meine kleine Freundin, welche von Frauli Flocke getauft wurde. Ach ja, natürlich hat jeder von uns einen Namen. Diese könnt ihr auf den Fotos entdecken.

Jetzt aber wieder zurück zu uns. Wir sitzen ja schließlich immer noch in den Boxen!!!

Und dann wurden die Boxen endlich geöffnet. Jedoch waren wir noch viel zu ängstlich um uns gleich auf die Erkundungstour zu machen. Deshalb setzten uns unsere Besitzer in unsere neue Unterkunft, in welcher wir vor allen geschützt waren, uns niemand etwas antun konnte und wo wir selbst entscheiden konnten, wann wir den Garten und unsere neue Mitbewohnerin beschnüffeln konnten. Nach ein paar Minuten in unserem Unterschlupf machten wir uns aber dann gleich auf den Weg alles zu erforschen. Poldi beachtete uns anfangs überhaupt nicht, aber plötzlich hatte sie große Lust meine vier Mädels durch den Garten zu jagen. Zum Glück war hier ganz viel Platz, sodass sich meine Weiberl schnell verstecken konnten. Das Jagen geht natürlich gar nicht und ich als Beschützer von meinen Mädels musste dem Poldi gleich mal klarmachen, wer hier der Chef ist! Mittlerweile verstehen wir uns schon so toll, dass wir sechs gemeinsam spielen, kuscheln, fressen, Löcher graben und vieles mehr. 

Ihr wisst gar nicht wie toll es uns hier geht… Freiheit, Freiheit und nochmals Freiheit, so wie wir es auch brauchen. Kein kleiner Käfig mehr mit 140 cm x 50 cm oder gar noch kleiner! Viele von uns waren in viel zu kleinen Käfigen! Hier können wir uns endlich austoben und Spaß haben. Ich, bzw. wir könnten noch so viel Schönes von unserem neuen Zuhause erzählen, aber da würde der Platz gar nicht reichen. Ach ja, noch ein tolles Highlight ist unsere Behausung mit vielen Möglichkeiten zum Spielen und Klettern. Ja wir klettern und turnen auch gerne! Aber das könnt ihr euch noch auf den Fotos anschauen. Ich muss jetzt wieder los und mit meinen Freunden spielen.  

Ich wünsche euch allen genauso viel Glück wie wir in diesem Garten haben. Es grüßt euch Kaika (bedeutet Kaninchen im Karton; ja ich wurde in einem sehr kleinen Karton vorm Tierheim ausgesetzt, findet ihr das nicht auch schlimm???!!!) Flocke, Susi, Purzel, Stitch und natürlich auch von unserer neuen Freundin Poldi. Ganz besondere Grüße auch an Frau Geigenfeind, bei der wir vorübergehend untergebracht wurden und die uns ganz toll pflegte. Ach ja natürlich auch noch viele Grüße von unseren neuen Futterlieferanten

Carmen mit Sebastian

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