Hallo, ich bin Sandy. Im Februar 2001 kam ich mit fünf Geschwistern ins Tierheim Wangering. Wir waren ein ganz bunter Haufen, sagt mein Frauli. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an das Tierheim erinnern. Aber es gibt ein Beweisfoto. Der süße Wonneproppen links bin ich und das schwarzweiße Knäuel ist mein Schwesterchen. Damals haben wir uns wohl ein Körbchen geteilt. Sie wurde als Erste vermittelt, sagt mein Frauli. Leider habe ich nichts mehr von ihr gehört (sie schreibt nie - sie ruft nie an)!

Mittlerweile bin ich eine stattliche Hundedame geworden. Das weiß ich, weil am Schlafzimmerschrank ein großer Spiegel hängt. Die meiste Zeit verbringe ich mit meinem Frauli. Das Herrli muss zur Arbeit gehen (was immer das heißen mag). Vormittags machen wir einen Spaziergang an der Ohe, bei dem ich mich so richtig austoben und ausgiebig baden kann. Morgentoilette ist nämlich sehr wichtig! Ah, ich könnt im Wasser wohnen! Diesen Sommer hat mir Frauli in den Garten einen überdimensionalen Wassernapf gestellt. Nein, in das Ding steig ich nicht rein, hab ich gesagt. Frauli schon, und hat mich mit sämtlichen Mitteln angelockt. Na gut, hab ich ihr den Gefallen getan. Obwohl sie drinstand, hab ich daraus getrunken.

Nach unseren täglichen Spaziergängen werde ich zu Hause abgetrocknet, gebürstet und dann bekomme ich was Leckeres zu fressen. Als nächstes muss ich mich unbedingt ausruhen, und zwar auf der Couch im Wohnzimmer. Was aber manchmal schwer ist, wenn Frauli mit ihrem Kumpel von einem Zimmer ins andere geht und einen Höllenlärm veranstaltet. Fürchten tu ich mich schon lange nicht mehr vor diesem Kerl. Ich find´s nur komisch, dass der die ganzen Krümel und Haare frisst.

Wenn Herrli heimkommt, spielt er mit mir im Garten. Das ist ein Riesenspaß. Herrli kann den Ball voll weit werfen. Frauli kann das nicht. Ich hol den Ball und Herrli versucht ihn mir abzuluchsen. Gar nicht leicht, weil ich so flink bin. Irgendwie kriegt er den Ball aber und dann fangen wir von vorne an. In der Wohnung hab ich ´ne Kiste mit Gummispielzeug zum Draufrumkauen. 

Manches ist so hart, da muss ich mich richtig anstrengen, damit ich ein Stück abbeißen kann. Blöderweise ist das gar nicht in Frauli´s Sinn. Versteh ich nicht. Dafür ist das Zeug doch da!

An manchen Tagen fährt Frauli mich zu Ronja. Das ist meine beste Freundin. Ach ja, da sind meistens noch andere Hunde dabei, aber die zählen nicht. Die Ronja hab ich sooo lieb, ich könnt sie ständig abbusseln. Wir rennen zusammen über die Wiesen und kühlen uns in der Donau wieder ab.

Nach den Aufregungen des Tages und einer intensiven Kuschelrunde mit Frauli und Herrli bin ich endgültig bratfertig. Schlafen tu ich bei Frauli und Herrli im Zimmer. Entweder in meinem Korb oder auf den Bettvorlegern. Schließlich braucht man eine gewisse Auswahl an Liegeplätzen. Und wenn es in der Nacht donnert und blitzt, schleich ich mich zu Frauli auf die Decke. Aber nicht verraten!

 

Sandy mit Gabi Memminger

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