Hallo Freunde,

mein Name ist Bernhard (früher nannte man mich auch einmal Xaver) und ich habe eine ganz tolle Lebensgeschichte für Euch. Nämlich meine!

Am Anfang lief alles wie geritzt, doch dann ist mein liebes Herrchen leider verstorben. Nahezu sechs Monate musste ich mich danach zusammen mit meiner Gespielin alleine durchschlagen, ehe uns die aufmerksame Gisela mit extralangen Handschuhen einfing und uns ins Tierheim brachte.

Madam wurde schnell vermittelt, doch ich saß geschlagene 14 Monate im Katzenhaus und musste als absoluter Einzelgänger mit ansehen, wie ständig Neue kamen und wieder ein Zuhause fanden.

Nur mich wollte keiner haben. War eben ein echtes „Sorgenkind“. Dies machte mich sehr traurig, ich ließ mich nicht mehr anfassen und habe Fremden gegenüber nicht nur meine scharfen Krallen gezeigt, sondern diese auch... Schwamm drüber!

Am 23.07.2011 passierte dann folgendes:
Ich hörte wie die hiesige, verantwortliche Oberdosenöffnerin Amra zur Tinka-Gassigeherin Traudi sagte: „Du hast nur einen Versuch, wenn der die Transportkiste sieht ist er weg und das war´s dann“. Offensichtlich meinten sie mich. Von wegen!  Diese einmalige Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen, obwohl es zunächst so aussah, als ob ich nicht wollte. Schwups rein in die Box und ab ins schöne Rottal. Die ganze Fahrt über unterhielt ich mich schon mal ausgiebig mit meinem neuen Frauchen. Dort angekommen, war ich plötzlich erschrocken vor meiner eigenen Courage und es übermannte mich schnell wieder die alte Angst. Ich kannte diese Frau ja gar nicht.
Tut sie mir was? Also lieber ab in den Keller. Dort verkroch ich mich für drei Wochen und schlug auf alles was sich mir näherte. Vorwiegend die Hände und Arme meiner neuen Dosenöffner. Deren Verschleiß an Heftpflaster muss in dieser Zeit enorm gewesen sein. Ich weiß beim besten Willen nicht, wer mehr Angst vor wem gehabt hat. Sie vor mir oder ich vor ihnen. Egal, ist ja jetzt vorbei. Langsam und immer dann, wenn das Haus tagsüber menschenleer war, erkundete  ich meine neue Bleibe und stellte schnell fest, dass dies hier alles wie für mich geschaffen ist. Beste Liege- und Beobachtungsplätze, Ruhe, viele neue Räume und Fressen vom Feinsten. 

Auch die Mitbewohner finde ich schlichtweg toll und sie mich offensichtlich auch. Dies sind ein ebenso schwarzer Kater wie ich, nämlich der Paul und die bezaubernde Suki, die es mir von Anfang an angetan hat. Nette Braut. Mit den beiden gehe ich jetzt regelmäßig auf die Pirsch und genieße mein neues „Freigängertum“ wieder in vollen Zügen. Und das Schönste, es ist immer jemand da, der mir die Terrassentüre auf und zu macht, wenn ich mal Bock auf Natur pur habe oder mich mal eben schnell in Sicherheit bringen muss. Toller Service!

Ach ja, ein kleiner Rüde namens Vitus läuft hier auch noch rum. Dem habe ich aber gleich vom Start weg gezeigt wo´s lang geht. Man könnte sagen, der frisst mir aus der Hand. Zwischenzeitlich habe ich voll das Kommando übernommen und ohne mich läuft hier scheinbar gar nichts mehr. Bin jederzeit und überall dabei und alle tanzen schön nach meiner Pfeife. Mein neues „Personal“ darf mich jetzt auch schmerzfrei streicheln. Will mal nicht so sein und ich denke jetzt auch, dass ich ihnen vertrauen kann und sie es sich verdient haben.

Wie Ihr seht, geht´s mir jetzt blendend und ich bin auch wieder ein absolut lebenslustiger Draufgänger geworden. Halt ein ganzer Kerl. Man kann durchaus sagen: Ich bin angekommen! Ja, ich habe voll Glück gehabt! Aber, ich möchte mit meiner Geschichte allen Mut machen, denen es derzeit nicht so gut geht wie mir. Nicht aufgeben! Irgendwann steht auch vor Dir ein Mensch der erkennt, dass nur mit Dir sein Zuhause schöner und sein Leben reicher wird und nutzt eben diese eine Chance.

Euer Bernhard Bauer

Oben seht ihr mich in meinem Bett!


< Das war der erste Blickkontakt mit Suki

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