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18.01.2012
In der Regel werden so genannte „Nachrufe“ nicht in dieser Rubrik veröffentlicht. Doch Diana war einfach eine ganz besondere Katze. Ich bin sehr traurig über ihren Tod und habe ihr nachfolgende Zeilen gewidmet. |
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Es war ein kalter, sonniger Wintertag, als ich in die Tierklinik komme. Regungslos, zusammengekauert zum Fellknäuel liegst du in deiner Box. Ich öffne die Tür, spreche dich leise an: „Diana, meine Liebe, ich bin’s.“ Du hebst dein müdes Köpfchen und schaust mich mit deinen blinden Augen an. „Endlich bist du da, ich habe noch auf dich gewartet, bis ich sterbe.“ Vorsichtig lege ich meine Hand unter deinen Bauch, hole dich aus der Box und lege dich wie immer in meinen Arm. Du schmiegst dich an mich, doch ich vermisse dein Schnurren, das jetzt ein Röcheln ist. Es zerreißt mir fast das Herz. „Meine Liebe, ich bin bei dir, du bist nicht allein. Ich werde dich begleiten, wenn du deine letzte Reise über die Regenbogenbrücke gehst. Ich bin bei dir.“ Ich wollte so stark sein, doch die Tränen fließen. Ich wiege dich in meinen Armen, streichle und liebkose dich, möchte dich nicht loslassen. Noch nicht - es ist immer zu früh. „Arme, tapfere Katzenfrau. Ich weiß doch so wenig von dir. Wie lange bist du schon blind? Von Geburt an? Durch eine Krankheit? Wo kommst du her, als du alleine herumirrtest. Du musst außer dir vor Angst gewesen sein. Warum wurdest du nicht gesucht, als du vor sechs Wochen zu uns ins Tierheim kamst? Wurdest du einfach weggeworfen? Warst du deinen ehemaligen Menschen so egal? Wie kann jemand so herzlos, so grausam sein? Ich werde nie mehr erfahren, was du in deinem langen Katzenleben erdulden und erleiden musstest. Dabei hoffe ich, dass du auch bessere und glückliche Jahre hattest. Im Tierheim bekamst du wenigstens ein warmes Plätzchen und ab und zu eine Streicheleinheit. Auch wenn ich dich so oft es ging, besuchte, war es viel zu wenig für dich, denn es war nicht das Leben, das du verdient hast. Alle, die dich mochten, tatest du in der Seele leid. So sehr haben wir uns gewünscht, dass du bei lieben Menschen noch den Rest deines Lebens verbringen darfst. Doch selbst Zaubersprüche der guten Fee Niniane halfen nichts. Ich glaube einfach, du hast dich selbst aufgegeben, wolltest nicht mehr in dieser Welt leben. Denn wie bei uns Menschen macht eine geschundene Seele auch den Körper krank. Arme, alte Katzenfrau. Ich singe dir ein Lied. Ich bin bei dir…“ Ruhig und schwer liegst du in meinen Armen, als du dich auf leisen Pfoten aufmachst in den Katzenhimmel. „Nimm meine Tränen mit, du sollst wissen, wie sehr ich um dich geweint habe. Und vergiss nicht, dass du immer einen Platz in meinem Herzen haben wirst.“ Zwischen einer Birke und einer Buche liegt dein toter Körper nun im Schoß von Mutter Erde – gehüllt in eine dicke Decke, damit du nicht frieren musst. Und deinen Plüschhasen habe ich dir auch mitgegeben. „Keine Angst, meine Kleine, die Bäume werden dich beschützen.“ Und als ich an diesem Ort meine Augen schließe, sehe ich dich mit klaren, blitzenden Augen und schrägem Blinzeln im Katzenhimmel. Du spielst mit den anderen Miezen, die vor dir über die Regenbogenbrücke gingen, läufst mit ihnen um die Wette. Und endlich: Wie die „Göttin der Jagd“ fängst du zwar nicht Mäuse, aber immerhin bunte Bälle. Dieses Bild zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. An diesem kalten, sonnigen Wintertag. Ilona Kienle |