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Es
vergeht fast kein Tag in Südafrika, an dem nicht mindestens ein Nashorn
abgeschlachtet wird. Bis zu 50.000 Euro pro Kilogramm, das sind 100.000 Euro für
ein ganzes Horn, erzielen Wilderer auf dem Schwarzmarkt in Asien, dort gilt es
nämlich als Wundermittel. Vor allem bei Erektionsstörungen – eine Art
traditionelles Viagra. Ohne jeden Nutzen, das ist wissenschaftlich belegt. Und
so ist nur logisch, was erst einmal befremdlich wirkt: Dass nämlich
Nashorn-Schützer in ihrem verzweifelten Kampf auch auf Sex-Messen gehen, um
aufzuklären. Denn die Bandbreite dubioser Potenzsteigerungsmittel scheint
unbegrenzt, und es bedeutet, gegen einen Jahrhunderte alten Glauben anzukämpfen.
Unter den Nashorn-Schützern in Südafrika sind auch reiche, private
Investoren. Sie kaufen für rund 35.000 Euro ein Nashorn, um es auf einer
privaten Farm freizulassen. Hier geht es nicht um wirtschaftliche Interessen,
es geht darum, die Tierwelt zu erhalten. Doch vor Wilderern sind auch diese
Farmen nicht sicher. Aber die Menschen wollen einfach nicht vor der Kriminalität
kapitulieren.
Auch wenn Nashörner vom Aussterben bedroht sind – die Täter sind
skrupellose Profis und wissen, was sie tun. Deshalb patrouillieren nachts
Sicherheitsleute durch den Aquila Safari-Park, ehemalige Soldaten mit
Nachtsichtgeräten und scharfen Waffen. Denn es ist Krieg da draußen. Doch
das Gehege ist über 4.500 Hektar groß, da ist es unmöglich, alles zu
kontrollieren.
Und so werden sie weiterhin blutüberströmte Nashörner finden, deren Hörner
brutal abgesägt oder mit einer Machete abgehackt wurden und die nach
tagelangem Todeskampf verendet sind.
(i.k.)
Quellen: NDR „Weltspiegel“ vom 18.09.2011
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