23.09.2011

Südafrika
Blutige Schlacht um Nashörner


Es vergeht fast kein Tag in Südafrika, an dem nicht mindestens ein Nashorn abgeschlachtet wird. Bis zu 50.000 Euro pro Kilogramm, das sind 100.000 Euro für ein ganzes Horn, erzielen Wilderer auf dem Schwarzmarkt in Asien, dort gilt es nämlich als Wundermittel. Vor allem bei Erektionsstörungen – eine Art traditionelles Viagra. Ohne jeden Nutzen, das ist wissenschaftlich belegt. Und so ist nur logisch, was erst einmal befremdlich wirkt: Dass nämlich Nashorn-Schützer in ihrem verzweifelten Kampf auch auf Sex-Messen gehen, um aufzuklären. Denn die Bandbreite dubioser Potenzsteigerungsmittel scheint unbegrenzt, und es bedeutet, gegen einen Jahrhunderte alten Glauben anzukämpfen.

Unter den Nashorn-Schützern in Südafrika sind auch reiche, private Investoren. Sie kaufen für rund 35.000 Euro ein Nashorn, um es auf einer privaten Farm freizulassen. Hier geht es nicht um wirtschaftliche Interessen, es geht darum, die Tierwelt zu erhalten. Doch vor Wilderern sind auch diese Farmen nicht sicher. Aber die Menschen wollen einfach nicht vor der Kriminalität kapitulieren.

Auch wenn Nashörner vom Aussterben bedroht sind – die Täter sind skrupellose Profis und wissen, was sie tun. Deshalb patrouillieren nachts Sicherheitsleute durch den Aquila Safari-Park, ehemalige Soldaten mit Nachtsichtgeräten und scharfen Waffen. Denn es ist Krieg da draußen. Doch das Gehege ist über 4.500 Hektar groß, da ist es unmöglich, alles zu kontrollieren.
Und so werden sie weiterhin blutüberströmte Nashörner finden, deren Hörner brutal abgesägt oder mit einer Machete abgehackt wurden und die nach tagelangem Todeskampf verendet sind.

(i.k.)
Quellen: NDR „Weltspiegel“ vom 18.09.2011

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