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Nach
Hengersberg schlägt der umstrittene Wanderzirkus Alberti nun auch in
Osterhofen sein Zelt auf. Mit Superstar Ben versteht sich. Ben ist ein Bär,
17 Jahre und 400 kg schwer. Ben tanzt, Ben fährt auf einem Rad und zum
Schluss darf der Riesenkerl auf seinen Hinterbeinen über drei Hindernisse
hopsen. Dafür wird ihm von seinem Trainer Harry Francesco schon mal ein
Leckerli hingeworfen. „Braver Ben!“ Dann darf Ben wieder zurück in seinen
2 x 5 m Käfig, in dem er vor sich hinvegetiert. Bis er erneut an der
Hundeleine herumgeführt wird.
Ben selbst fühlt sich nicht als Superstar. Er ist ein Wildtier. Trotzdem fühlt
sich Ben nicht mal bärenstark. Ben wurde als Baby in einem Streichelzoo
begrabscht und erlebte nie Freiheit. Ben spürte nie den Waldboden unter
seinen Tatzen. Ben kennt nur Beton, seinen Käfig, in dem er über Straßen
gekarrt wird und die Welt durch Gitterstäbe.
Bens Wille ist
gebrochen. Er wird dressiert, zur Schau gestellt und zu unsinnigen
Darbietungen gezwungen. Ben wird erniedrigt und seiner letzten Würde als
Lebewesen beraubt.
Manche Menschen ohne Herz und Verstand mag das für viel Eintrittsgeld
belustigen, für andere bedeutet es schlichtweg Tierquälerei.
Tierschutz-Organisationen
fordern deshalb die Politik seit langem zum Handeln auf. Die Haltung nicht nur
von Bären, sondern aller Wildtiere im Zirkus ist antiquarisch und muss
endlich verboten werden.
In 11 europäischen Ländern gibt des bereits ein Wildtierverbot für
Zirkusse, bzw. erhebliche Einschränkungen. Es ist nicht nachzuvollziehen,
warum das in Deutschland nicht möglich ist. Denn bereits 2003 hatte sich der
Bundesrat für ein Halteverbot von Bären, Elefanten und Affen in
Zirkusbetrieben ausgesprochen. Dies wurde von der Bundesregierung jedoch nie
umgesetzt.
Auf eine EU-weite Regelung darf man kaum hoffen, diskutieren doch dort die
Damen und Herren lieber darüber, welche Krümmung eine Banane haben soll.
Ilona
Kienle
Tierschutzverein
Deggendorf
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