08.06.2011

Tierknast Zirkus

- kein Applaus für Tierquälerei -

Leserbrief vom 08.06.2011
zum Artikel der Deggendorfer Zeitung "Big Grizzly drehte schon im Swayze"

Nach Hengersberg schlägt der umstrittene Wanderzirkus Alberti nun auch in Osterhofen sein Zelt auf. Mit Superstar Ben versteht sich. Ben ist ein Bär, 17 Jahre und 400 kg schwer. Ben tanzt, Ben fährt auf einem Rad und zum Schluss darf der Riesenkerl auf seinen Hinterbeinen über drei Hindernisse hopsen. Dafür wird ihm von seinem Trainer Harry Francesco schon mal ein Leckerli hingeworfen. „Braver Ben!“ Dann darf Ben wieder zurück in seinen 2 x 5 m Käfig, in dem er vor sich hinvegetiert. Bis er erneut an der Hundeleine herumgeführt wird.

Ben selbst fühlt sich nicht als Superstar. Er ist ein Wildtier. Trotzdem fühlt sich Ben nicht mal bärenstark. Ben wurde als Baby in einem Streichelzoo begrabscht und erlebte nie Freiheit. Ben spürte nie den Waldboden unter seinen Tatzen. Ben kennt nur Beton, seinen Käfig, in dem er über Straßen gekarrt wird und die Welt durch Gitterstäbe.
Bens Wille ist gebrochen. Er wird dressiert, zur Schau gestellt und zu unsinnigen Darbietungen gezwungen. Ben wird erniedrigt und seiner letzten Würde als Lebewesen beraubt.

Manche Menschen ohne Herz und Verstand mag das für viel Eintrittsgeld belustigen, für andere bedeutet es schlichtweg Tierquälerei.

Tierschutz-Organisationen fordern deshalb die Politik seit langem zum Handeln auf. Die Haltung nicht nur von Bären, sondern aller Wildtiere im Zirkus ist antiquarisch und muss endlich verboten werden.
In 11 europäischen Ländern gibt des bereits ein Wildtierverbot für Zirkusse, bzw. erhebliche Einschränkungen. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum das in Deutschland nicht möglich ist. Denn bereits 2003 hatte sich der Bundesrat für ein Halteverbot von Bären, Elefanten und Affen in Zirkusbetrieben ausgesprochen. Dies wurde von der Bundesregierung jedoch nie umgesetzt.
Auf eine EU-weite Regelung darf man kaum hoffen, diskutieren doch dort die Damen und Herren lieber darüber, welche Krümmung eine Banane haben soll.

Ilona Kienle
Tierschutzverein Deggendorf

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