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Es
gibt Menschen, die freuen sich so richtig, dass es Winter ist. Kann man doch
endlich wieder die Leichenteile aus dem Schrank holen. Denn in der Haut von 50
bis 100 Tierleichen fühlt man sich so richtig gut angezogen. Egal, dass für
diesen vermeintlichen Luxus weltweit etwa 50 Millionen Tiere umgebracht
werden. Egal, dass sie bei der Fallenjagd qualvoll an ihren Verletzungen
sterben. Egal, dass sie mit wund gescheuerten Pfoten völlig verhaltensgestört
in Käfigen vegetieren. Egal, dass sie erschlagen, vergast oder erstickt
werden. Will man doch zeigen, was man selbst oder der Mann so verdient.
Allerdings empfinden auch viele Menschen Abscheu und Ekel, allein schon bei
dem Gedanken an Pelz. Doch was ist mit dem Pelzbesatz an der Kapuze, an dem
Kragen, an den Stiefeln oder gar mit Spielmaus der Katze? Ganz offensichtlich
wird hier die Hemmschwelle beim Pelzkauf gesenkt. Nur: Ein bisschen Sterben
gibt es nicht. Auch für den kleinsten Pelzbesatz wird ein Tier zu Tode gequält.
Meist
stammen diese Pelze von Kaninchen, da sie günstiger sind, als die von Fuchs
oder Nerz. Dabei ist Kaninchenpelz kein so genanntes „Abfallprodukt“ der
Fleischindustrie, wie uns gerne erzählt wird. Denn auch bei der
Kaninchenzucht unterscheidet man zwischen Fleischgewinnung und Pelzgewinnung.
Rex-Kaninchen werden gezüchtet und getötet, um ausnahmslos aus ihren Fellen
Gewinn zu schlagen, bei Orylag-Kaninchen fließen über 60 % in den
wirtschaftlichen Gewinn der Pelzbranche. Lediglich von den weißen
„Mastkaninchen“ wird das Fell für Firlefanz verramscht.
Die Zuchtanlagen ähneln den Lebebatterien der Hühner. Während die weißen
Kaninchen in Gruppen gehalten werden, verbringen Rex und Orylag ihr kurzes,
trauriges Leben in Einzelhaft in winzigen, stinkigen Drahtgitterboxen, in
denen sie nicht die geringste Möglichkeit haben, ihren natürlichen
Bedürfnissen nachzugehen.
So grausam die Haltung, so grausam die Schlachtmethoden.
Dabei sind Kaninchen hoch soziale Tiere. Menschen, die mit Kaninchen leben,
wissen, wie anhänglich, loyal und liebevoll sie mit anderen Kaninchen und
ihren menschlichen Begleitern umgehen. Sie sind sensible, schlaue Tiere mit
einer individuellen Persönlichkeit.
Zum größten Pelzproduzenten der vergangen Jahre hat sich China entwickelt.
Dort werden Kaninchen, Füchse, Nerze und Marderhunde unter erbärmlichsten
Umständen gehalten und unvorstellbar grauenvoll abgeschlachtet, da es
keinerlei Tierschutzbestimmungen oder Kontrollen gibt.
China, ebenso Thailand, Korea oder die Philippinen, importierten in der
Vergangenheit in großen Mengen auch Katzen- und Hundefelle nach Europa. Ein
Handelsverbot trat allerdings am 1. Januar 2009 EU-weit in Kraft. Ein großer
Erfolg für den Tierschutz. Tatsächlich?
Die
Umgehung dieser Gesetze ist ein Kinderspiel. Sind Hunde- und Katzenfelle erst
einmal gefärbt und präpariert, ist es ohne teure DNA-Tests praktisch
unmöglich festzustellen, welches Tier sich hinter dem Pelzbesatz verbirgt.
Auch muss Bekleidung im Handel nicht eindeutig gekennzeichnet sein und wird
häufig nur mit „Echtes Fell“
oder auch falsch als „Kaninchenpelz“ deklariert. China liefert mehr als
die Hälfte aller fertigen Pelzbekleidung, die für den Verkauf in die USA und
nach Europa importiert werden.
Ferner hat die Globalisierung des Pelzhandels es unmöglich gemacht,
festzustellen, woher Pelzprodukte ursprünglich kommen. Häute durchlaufen
internationale Auktionshäuser und werden verkauft und vertrieben an
Hersteller weltweit; die Endprodukte werden häufig exportiert. Der Ursprung
eines Pelzes kann somit nicht zurückverfolgt werden.
Doch egal ob Fuchs, Nerz, Kaninchen, Katze oder Hund. Egal ob Mantel oder
„nur“ Pelzbesatz. Kein Pelz ist besser oder schlechter als der andere.
Pelz
bedeutet immer Mord.
Ich
habe einmal eine Frau, die neben 50 Tierleichen auch ihr Schosshündchen
spazieren trug, gefragt: „Was würden Sie sagen, wenn man Ihrem Hund das
Fell über die Ohren ziehen würde?“
Ilona
Kienle
Quellen: PeTA Deutschland www.peta.de
Fotos: PeTa
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