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26.07.2010 Finanzkrise trifft auch Haustiere Von
Überfüllung bis rückläufiger Spendenbereitschaft: Viele ostbayerische
Tierheime kämpfen derzeit mit Problemen |
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Von Sebastian Fleischmann
Mit ihrer Situationsbeschreibung bestätigt Vornehm eine Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes unter 514 angeschlossenen Einrichtungen in ganz Deutschland. Die gravierendsten Probleme demnach: Die Tierheime sind überfüllt, es dauert im Schnitt immer länger, bis die Tiere an neue Besitzer vermittelt werden können, und die Finanzierung der Tierheime wird schwieriger, weil die Spendenbereitschaft abnimmt. 93 600 Tiere warten deutschlandweit laut Umfrage aktuell auf ein neues Zuhause. Allein zwischen 2006 und 2009 hat der Tierbestand in den Heimen demnach im Schnitt um rund 39 Prozent zugenommen. Als Hauptgründe, warum Haustierhalter ihre „Lieblinge“ bei ihnen abgeben würden, nannten die befragten Tierheim-Mitarbeiter finanzielle Probleme und Arbeitslosigkeit. Auch die Haustiere bekommen also die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren. Wie das Tierheim Wangering treffen diese Umstände auch andere ostbayerische Tierheime. Diese seien zwar zu dieser Jahreszeit quasi „traditionell“ gut gefüllt, erklären Mitarbeiter mehrerer Tierheime gegenüber der PNP - zum einen, da viele Katzen vor kurzem ihren Nachwuchs bekommen hätten, zum anderen, da die Urlaubssaison bereits begonnen habe. Einige vermuten aber tatsächlich, dass auch die Wirtschafts- und Finanzkrise dazu beiträgt. So auch Heike Vornehm vom Tierschutzverein Deggendorf: „Wird eine Katze krank, haben viele kein Geld mehr für den Tierarzt“, nennt sie ein Beispiel. Derzeit grassiere unter Katzen etwa ein Darmgrippe-Virus. Dazu komme oft Bequemlichkeit, weswegen viele Haustierbesitzer ihre erkrankten einstigen Lieblinge abgeben wollten und so mit für überfüllte Tierheime verantwortlich seien. „Volles Haus“ vermeldet auch Sonja Eisner, Mitarbeiterin im Tierheim Wollaberg bei Jandelsbrunn (Lkr. Freyung-Grafenau). 140 Katzen residieren laut Eisner aktuell dort, hinzu kommen rund 25 Hunde sowie einige Kleintiere. Auch Eisner vermutet, dass in vielen Fällen finanzielle Gründe hinter den hohen Belegzahlen stecken könnten: „Viele holen sich eine junge Katze, lassen diese dann aber nicht kastrieren.“ Der Eingriff beim Tierarzt sei vielen mit 80 bis 100 Euro offenbar zu teuer. Das führe wiederum dazu, dass sich vor allem im ländlichen Raum die Katzen stark vermehrten. Diese Tendenz bestätigt unter anderem Gerda Machowetz, Vorsitzende der Tierschutzbewegung Ostbayern, zu der das Tierheim Passau-Ingling gehört. Mit 33 Hunden und 55 Katzen sind auch hier die Kapazitäten ausgereizt. Statt noch wie vor wenigen Jahren 400 seien es zuletzt nur noch etwa jährlich 300 Tiere im Schnitt, die an neue Besitzer gebracht werden könnten. Dafür macht sie auch das Internet verantwortlich. Dort sei es heutzutage einfacher, an ein Haustier zu kommen. Vor allem ältere Tiere zu vermitteln, sei so zunehmend schwierig.
Und auch 2010 läuft für viele Tierheime diesbezüglich nicht besser: Heike Vornehm vom Tierheim Wangering beziffert den Rückgang der Spenden im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 20 Prozent. Kommunen übernähmen durchschnittlich 25 Prozent der
im Tierheim anfallenden Kosten, riefen aber knapp 80 Prozent der Leistungen
ab, hatte Apel kürzlich bemängelt. Zudem würden immer mehr Lasten als Folge
der Gesetzgebung auf den karitativen Tierschutz abgeschoben. Eine bundesweite
Lösung ist nach Auffassung des Tierschutzbundes unbedingt erforderlich. - pnp/epd/lby |
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