04.07.2010

Grausame Löwenjagd im Fußball-WM-Land Südafrika

VIER PFOTEN kritisiert: Deutsche Nationalspieler besuchen Löwenpark

Mit oder ohne Jagdschein – gegen Bezahlung kann hier jeder schießen. Denn die Löwenjagd ist ein lukratives Geschäft für Südafrika. Je größer die Trophäe, desto höher der Preis. So kostet ein männlicher Löwe zwischen 25.000 und 45.000 €, je nachdem wie prächtig, dunkel und dicht seine Mähne ist.  Weibchen sind dagegen schon für 5.000 € zu haben. Und geschwächte, traumatisierte Mütter, die als Gebärmaschine missbraucht wurden, landen schon mal als „Sonderangebot“ vor der Flinte. „Canned Hunting“ heißt das Zauberwort, auch „Gatterjagd“ genannt, wo handzahme Löwen in umzäunten Gebieten den schießwütigen Jägern direkt vor die Flinte gesetzt werden. Allein zwischen 2006 und 2008 hat sich die Zahl der Löwen-Abschüsse in Südafrika auf über 1000 Tiere verdreifacht. Dabei ist es egal, dass für den Löwen nicht einmal eine Fluchtmöglichkeit besteht. Es ist egal, dass es eine feige Jagd mit Erfolgsgarantie ist. Was zählt, ist die ausgestopfte Macht über die Natur. 

Für dieses grausame Freizeitvergnügen wohlhabender Trophäenjäger werden derzeit auf 160 so genannten Farmen Löwen „produziert“. Oft unter tierquälerischen Bedingungen. Die Zucht von Löwen boomt in Südafrika. Mehr als 4000 Tiere leben in Gefangenschaft und werden vor ihrem Abschuss als Touristenattraktion missbraucht. Ihr natürliches Verhalten wird dabei völlig ignoriert. Schon nach wenigen Tagen werden die Babys von ihrer Mutter getrennt und mit Handaufzucht an den Menschen geprägt. Damit sie von Touristen schön begrapscht und fotografiert werden können. Gegen Bezahlung versteht sich. Für die verhaltensgestörten, oft kranken Tiere eine Katastrophe – aber das interessiert niemanden.

Im „Trophäenalter“ von vier bis sieben Jahren werden die meisten dieser Tiere zum Abschuss angeboten und sterben einen sinnlosen Tod nach einem leidvollen Leben. Die Löwenjagd ist aus Sicht des Tierschutzes zutiefst unethisch und abzulehnen. 

Auch unsere Nationalspieler besuchten einen „Löwenpark“ nahe Johannesburg, wo sie Jungtiere streichelten, fotografierten und sie mit zig Kamerateams enormen Stress aussetzten. Dafür wurden unsere Nationalspieler von VIER PFOTEN kritisiert und aufgefordert künftig keine Löwenfarmen mehr zu besuchen. Denn Fairplay sollte nicht nur für König Fußball, sondern in diesem Fall auch für den König der Tiere gelten.

 

Quellennachweis:

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz. www.vier-pfoten.de

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