14.03.2010

Tierleid zum Osterfest

Millionen Kaninchen leiden in katastrophaler Käfighaltung

Männchen machen, Hoppeln und über saftige Wiesen rennen - so stellt man sich das Leben eines glücklichen Kaninchens vor. Doch für die Kaninchen in der gewerblichen Kaninchenhaltung sieht die Realität anders aus. Rund 25 Millionen Kaninchen werden allein in Deutschland jährlich produziert. Zur Erzeugung von Kaninchenfleisch werden sie typischerweise - wie Legehennen in Käfigbatterien - in engen Drahtkäfigen gehalten. Doch verbindliche Mindestanforderungen an die Haltung von Kaninchen gibt es deutschland- und europaweit bis heute keine. Auch der Tierschutzverein Deggendorf fordert umgehend rechtsverbindliche Vorgaben für die Kaninchenhaltung und ruft alle Verbraucherinnen und Verbraucher auf, auf den Verzehr von Kaninchen zu verzichten.

Die Ansprüche von Haus- und Mastkaninchen sind im Grunde die gleichen wie bei Wildkaninchen. Trotz der Zucht durch den Menschen haben sie ihr ursprüngliches Verhalten bewahrt. Sie sind sehr bewegungsfreudig: hoppeln, springen und richten sich immer wieder auf den Hinterläufen auf. Sie nutzen erhöhte Aussichtsplätze und bedürfen Rückzugsmöglichkeiten,. Doch ähnelt die Haltung der Kaninchen für die Fleischgewinnung der von Legehennen in Käfigbatterien: In eintönigen Käfigen, oft über mehrere Etagen übereinander gestapelt, leiden die Tiere unter entsetzlichen Bedingungen. In gerade einmal 30 bis 40 Zentimeter hohen Drahtgitterverschlägen sind bis zu acht Kaninchen nahezu bewegungsunfähig zusammengepfercht. Folgeschäden sind schmerzhafte Wirbelsäulenverkrümmungen und Gelenkprobleme, außerdem führen die Drahtgitter- oder perforierten Plastikböden häufig zu Pfotenverletzungen. Durch den Platzmangel und fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten kommt es zudem zu schweren Verhaltensstörungen bei den Tieren, wie Aggressivität und endloses Kreisen um die eigene Achse. Um ihr Mastendgewicht schnell zu erreichen, erhalten die Tiere vorwiegend energiereiches pelletiertes Trockenfutter statt, wie in der Natur, Gräser und Kräuter. Die einseitige Ernährung führt zu Magen-Darmerkrankungen, die nicht selten zum Tode führen können. 

Seit den 1950er Jahren steigt die Produktion von Kaninchenfleisch kontinuierlich an. Als Folge hat die industrielle Tierhaltung auch vor der Kaninchenhaltung nicht halt gemacht. Weder in Deutschland, noch europaweit gibt es bislang rechtliche Bestimmungen, die die Haltung von Kaninchen konkret regeln. Es müssen endlich Mindestanforderungen her, damit die Kaninchenhaltung in Zukunft der Forderung des Tierschutzgesetzes nach einer artgerecht- und bedürfnisgerechten Unterbringung entspricht. Klar ist: In Käfigen ist das nicht möglich. Die Tiere brauchen Platz, Rückzugsbereiche, Einstreu, Nagematerial und strukturiertes Futter.

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