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Von Caroline Strang
Deggendorf. Sein Amt als Vorsitzender des
Tierschutzvereins Deggendorf und damit auch als Leiter des Tierheims Wangering
legt Herbert Hiller zum 31. Dezember dieses Jahres nieder. Über die Gründe
will er direkt nicht sprechen. Was er sagt, ist, dass drei Ämter in seinem
Alter einfach zu viel sind. „Tierschutzvereinsvorsitzender, Tierheimleiter
und Stiftungsvorsitzender - das kann auf die Dauer niemand gut ausfüllen“,
umschreibt er den Stress der letzten Jahre. Viele Fälle gingen ihm auch an
die Nieren. „Die Schicksale von Tieren und Menschen tun oft weh und die
Arbeit höhlt dich mit der Zeit auch aus“, sagt Hiller.
Hiller bleibt im Tierschutz aktiv
Trotzdem gehe er dem Tierschutz auf keinen Fall
verloren - er müsse nur schauen, inwieweit er sich aus gesundheitlichen Gründen
noch engagieren könne. „Ich bleibe Stiftungsvorstand und sitze als solcher
automatisch mit im Vorstand des Tierschutzvereins“. Und er sagt: „Ich habe
also noch einen Fuß in der Tür“. Wichtig ist ihm, dass durch seinen
Verzicht auf die Vorstandschaft das Vertrauen der Tierhalter und Spender in
den Tierschutz des Landkreises nicht verloren geht. „Die sollen wissen, dass
ich noch aktiv bin, gerade bei finanziellen Belangen werde ich noch
mitschauen“. Es sei also immer noch möglich, zweckgebunden an die Stiftung
zu spenden, über die er die Gelder dann kontrolliert ans Tierheim
weiterleiten könne.
Und auch seiner Nachfolgerin, Heike Vornehm, traut er viel zu. „Das wird
schon gut laufen“. Eigentlich wollte der 66-Jährige sich schon bei der
letzten Wahl im Juni nicht mehr zum Vorsitzenden wählen lassen - „aber ich
wollte den Ärger damals noch aussitzen“ (die DZ berichtete). Nun sei
Zeit für einen Generationenwechsel. „Man muss den Jungen auch eine Chance
geben“. Er blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich wünsche mir und bin
auch überzeugt davon, dass es mit dem Tierschutz bei uns gut weitergeht“.
Die Stelle des Vorsitzenden wird vorerst kommissarisch von Heike Vornehm und
Maria Schuhbaum geleitet, wobei erstere den Verein repräsentiert und
offiziell vertritt und auch die Leitung des Tierheims übernimmt. Sobald die
Zahlen des Steuerberaters da sind, soll eine Mitgliederversammlung einberufen
werden - dann wird ein Nachfolger gewählt. In 14 Monaten werde dann über den
gesamten Vorstand neu abgestimmt.
Heike Vornehm freut sich schon auf die neuen Aufgaben. Sie war sehr überrascht,
dass sie den Vorsitz nun schon im Januar übernehmen wird. „Ich habe schon
gehofft, dass Herr Hiller noch ein bisschen länger bleibt“, meint sie.
Allerdings bleibe er ihnen ja erhalten. „Er wird uns immer noch beraten und
unterstützen, wir fallen jetzt nicht in ein großes Loch“. Seit drei Jahren
sei sie erst Mitglied des Tierschutzvereins, „aber wenn man aktiv ist und
sich engagiert...“, sagt sie und lässt den Satz offen.
Die Arbeit als Vorsitzende des Tierschutzvereins und Leiterin des Tierheims
laste nicht nur auf ihren Schultern, ist sie sich sicher: „Wir sind ein
gutes Team“. Deshalb werde sie auch nichts Weitreichendes verändern.
„Herr Hiller hinterlässt ein gut funktionierendes Tierheim, es besteht
keine Veranlassung für große Veränderungen“. „Never change a winning
team“, zitiert sie. Das ein oder andere werde verbessert, je nach Möglichkeit
und Budget, wie das vor ihr auch schon gehandhabt wurde.
Heike Vornehm wird offiziell kandidieren
Auf die Frage nach ihrer Freizeit lacht Heike Vornehm,
die als Biologin arbeitet. „Das ist meine Freizeit“. Nicht nur das: „Die
Arbeit mit den Tieren ist meine Leidenschaft“. Und auch die Arbeit mit ihrem
Team.
Wenn im Frühjahr der oder die Vorsitzende gewählt wird, wird die 41-Jährige
kandidieren. „Gäbe es andere geeignete Kandidaten, dann würde ich mich
sicher nicht um die Posten schlagen“, meint sie. Aber Kandidaten seien bei
Posten, die mit viel Arbeit und Verantwortung verbunden seien, ja eher rar.
„Also werde ich kandidieren und ich hoffe auf die Unterstützung der Tierschützer
im Landkreis“.
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